Wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden – Der eine bekommt vom Arbeitgeber kostenlos einen Parkplatz. Der andere einen Gutschein fürs Fitness-Studio. Der privat genutzte Dienstwagen, Zuschüsse zur Kinderbetreuung oder Rabatte auf Elektronik-Geräte – auch diese Dinge zählen zu den sogenannten „geldwerten Vorteilen“, wenn der Angestellte sie über seinen Lohn hinaus vom Arbeitgeber erhält. Was muss man versteuern, was nicht? Ein Überblick.

Wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden

Wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden – gilt das auch für das Geburtstagsgeschenk von der Chefin? Bild: pressmaster, fotolia.com

Tankgutschein oder Betreuungszuschuss vom Chef: Wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden

Tankgutscheine vom Chef, Essensmarken oder eben auch der Dienstwagen, der man privat nutzen darf – all dies zählt aus steuerlicher Sicht zu den Einnahmen. Deshalb müssen auch diese Sachbezüge, die man vom Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn erhalten hat, grundsätzlich versteuert werden. Wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden – der Paragraph 8 des Einkommensteuergesetzes ist da eindeutig:

„Einnahmen sind alle Güter, die in Geld oder Geldeswert bestehen und dem Steuerpflichtigen im Rahmen einer der Einkunftsarten des § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 bis 7 zufließen.“

Mit den „Einkunftsarten“ meint das EStG auch die die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit.

Jedoch ermöglicht das Steuerrecht eine Reihe von Ausnahmen und Sonderregelungen. Es lohnt sich also, genau hinzusehen. Denn der geldwerte Vorteil ist nicht immer aber in einer Reihe von Fällen so gut wie eine Lohnerhöhung.

Die wesentlichsten Regelungen zu wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden

Die zwei wesentlichsten Regelungen sind der Rabattfreibetrag und der sogenannte „kleine Rabattfreibetrag“. Der Rabattfreibetrag muss als Belegschaftsrabatt ausgelegt sein. Das heißt: Die Mitarbeiter des Unternehmens können zum Beispiel Blu-ray-Player günstiger kaufen, Espressoautomaten oder andere Haushalts- bzw. Elektrogeräte. Diese Rabatte muss man versteuern. Ein Beispiel: Sie haben über ihren Arbeitgeber einen Fernseher gekauft. Das Gerät kostet im Handel üblicherweise 1.000 Euro, Sie haben jedoch einen Rabatt von 20% erhalten. Das gesparte Betrag, 200 Euro, ist ein geldwerter Vorteil. Diesen muss man versteuern. Allerdings gibt es einen Rabattfreibetrag. Der liegt zur Zeit bei 1.080 Euro pro Jahr. Das bedeutet in diesem Beispiel: Der geldwerte Vorteil wirkt sich steuerlich nicht aus.

Vielflieger können im Rahmen des Rabattfreibetrags ihre Bonusmeilen steuerfrei nutzen. Wer also beruflich viel mit dem Flugzeug unterwegs ist und von seinem Arbeitgeber die Erlaubnis hat, der kann die erhaltenen Bonusmeilen steuerfrei im Urlaub verfliegen. Die Höchstgrenze liegt bei 1.080 Euro pro Jahr.

Bei kostspieligeren Anschaffungen sollte man genau rechnen. Eventuell kann man mit dem Händler einen ebenso guten Rabatt aushandeln. Der Händler-Rabatt ist aber im Gegensatz zum Belegschaftsrabatt steuerfrei.

Unter kleiner Rabattfreibetrag versteht man Sachbezüge bis zu einem Höchstbetrag von 44 Euro pro Monat. Viele Unternehmen setzen den geldwerten Vorteil zum Beispiel ein bei:

  • Tankgutscheinen;
  • Monatskarten oder Zuschüsse für den Nahverkehr;
  • Zuschüssen für das Essen in der Betriebskantine;
  • Zuschüssen zum Beitrag fürs Fitness-Studio;
  • Zeitungsabonnements.

Wichtig ist dabei: Welche Zuschüsse Ihnen Ihr Chef auch anbietet, diese sind nur dann steuerfrei, wenn sie insgesamt 44 Euro pro Monat nicht übersteigen. Außerdem muss es sich um einen Sachbezug handeln, also um eine Leistung, die man sich nicht bar auszahlen lassen kann.

Weitere Optionen zum Thema wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden

Zuschüsse zur Kinderbetreuung sind ein immer öfter genutzter geldwerter Vorteil. Dabei kann es sich um Zahlungen handeln, mit denen der Arbeitsgeber die Ausgaben für eine Tagesmutter bezuschusst, oder um Zuschüsse zur Verpflegung und Betreuung. Diese zusätzlichen Zahlungen des Unternehmens sind grundsätzlich steuerfrei. Es gibt auch keine Höchstgrenze. Allerdings muss man diese Voraussetzungen beachten:

  • Das Kind ist noch nicht schulpflichtig;
  • Der Arbeitgeber zahlt die Zuschüsse zusätzlich zum Gehalt.

Die steuerfreien Zuschüsse des Arbeitgebers mindern den eigenen Aufwand für die Kinderbetreuungskosten.

Unterstützungszahlungen in besonderen Fällen können steuerfrei sein. Also zum Beispiel bei Krankheit, einem Todesfall oder bei Geburt. Das Unterstützungsgeld vom Arbeitgeber ist bis zu einer Höhe von 600 Euro steuerfrei.

Arbeitskleidung, steuerrechtlich als „typische Berufskleidung“ bezeichnet, stellt grundsätzlich keinen geldwerten Vorteil dar, wenn der Arbeitgeber diese zur Verfügung stellt. Das gilt auch dann, wenn es sich nicht im steuerlichen Sinn um typische Berufskleidung handelt. Dies hatte der Bundesfinanzhof entschieden (Az.: VI R 21/05). Voraussetzung ist: Der Arbeitgeber hat ein eigenbetriebliches Interesse, dass seine Mitarbeiter bestimmte Kleidung während der Arbeitszeit tragen. Mehr Informationen zum Thema typische Berufskleidung lesen Sie unter → Arbeitskleidung absetzen

Geburtstagsgeschenke oder Geschenke zu besonderen Anlässen sind ebenfalls geldwerte Vorteile. Diese sogenannten Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers erhält man bis zu einer Höhe von 60 Euro pro Jahr steuerfrei. Unter diesen Freibetrag fallen nur Geschenke, die „im gesellschaftlichen Verkehr üblicherweise ausgetauscht werden“ und zwar aufgrund eines „besonderen persönlichen Anlasses“.

Unterstützt der Chef die Gesundheitsförderung seiner Mitarbeiter, dann sind die Maßnahmen bis zu einem Betrag von 500 Euro pro Kopf und Jahr steuerfrei. Auch hier gilt: Steuerfrei sind die Leistungen nur dann, wenn der Arbeitgeber sie zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt. Darüber hinaus gilt die Steuerbefreiung nur für Maßnahmen, die den Anforderungen der Paragraphen 20 und 20a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch entsprechen.

Sie nutzen einen Dienstwagen oder ein Dienstrad privat. Wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden

Haben Sie ein Elektrofahr­rad dann stellt sich auch hier die Frage: Wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden?  Und zwar auch dann, wenn Sie das Fahrrad an der Ladestation Ihres Arbeitgebers aufladen. Die gesparten Stromkosten gelten nämlich ebenfalls als geldwerter Vorteil. Aber der ist jetzt steuerfrei. Das Bundesfinanzministerium hat dies in einem Rundschreiben Ende 2017 (Gz. IV C 5 – S 2334/14/10002-06) festgelegt.

Privat genutzter Dienstwagen, privat genutztes Elektrofahrrad: Stellt Ihnen der Chef ein Dienstfahrzeug zur Verfügung, dass Sie auch privat nutzen dürfen, dann genießen Sie ebenfalls einen geldwerten Vorteil. Wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden? Grundsätzlich gilt für Dienstfahrzeuge: Wer kein Fahrtenbuch führt, der kann die private Nutzung des Fahrzeugs nach der 1-Prozent-Regelung steuerlich abrechnen. Allerdings muss man hier zahlreiche Besonderheiten beachten. Zudem kann man die Steuerbelastung in bestimmten Fällen verringern. Lesen Sie mehr zum Thema unter → E-Bike vom Arbeitgeber – Ein Prozent Regelung und → Wie versteuert man einen Firmenwagen.

Auch interessant: Weitere Steuerthemen bei der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V., Lohnsteuerhilfeverein, in der Kategorie → Arbeit und Rente.

 

Zusammenfassung
Wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden
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Wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden - Tankgutscheine vom Chef, oder der rabattierte Fernseher - wie muss man steuerlich beachten? Mehr lesen
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Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V., Lohnsteuerhilfeverein, Sitz Gladbeck
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Wie muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden ultima modifica: 2018-09-05T14:49:49+00:00 da Redaktion LSTHV